Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Jáchymov

Königliche Münzprägeanstalt (errichtet von Ferdinand I.)

Das Gebäude hat einen schönen Eckerker. Nach Auflösung der Münzprägeanstalt im Jahr 1671 wurde das Gebäude über mehrere Jahrhunderte von der Bergbau- und Hüttenverwaltung genutzt. Ab 1716 diente es sicher auch einige Zeit als Sitz der ersten Bergbaulehranstalt (diese war der Vorgänger der Bergbauakademie in Příbram und der heutigen Bergbauhochschule in Ostrava). Ab 1964 war es Museum. Nach aufwendigen Rekonstruktionen wurde es 1996-97 wieder eröffnet. Derzeit wird das Gebäude vor allem für Ausstellungen genutzt.

Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag von 9-12 Uhr und von 13-17 Uhr, Tel.: 353 811 695

Šlikovský hrad (Burg Freudenstein)

Auf der Anhöhe oberhalb der Münzprägeanstalt errichtet, in den ersten Jahren, als die Stadt entstand. Ab 1547 war sie Sitz der Berghauptmänner. In den Kellergewölben der Burg haben vermutlich die ersten geheimen Probeprägungen von "massiven" Silbermünzen stattgefunden, den späteren berühmten Talern. Die Burg brannte während des Dreißigjährigen Kriegs aus. Zwei Türme blieben bestehen. Der niedrigere (das Pulverwerk) diente den Bergmännern als Lagerort für ihre Munition. Der höhere (Šlikovku) wurde von Meldereitern bewohnt und es wurde hier eine Glocke aufgehangen, mit welcher der Schichtbeginn und das Schichtende eingeläutet wurden. Der Turm brannte nach einem Blitzeinschlag 1964 aus. Nach der Rekonstruktion war er wesentlich kleiner. Heute im Privateigentum.

Dekanalkirche des hl. Joachim

Das spätgotische Bauwerk von monumentaler Größe wurde als protestantische Kirche für die Stadt mit ihren achtzehntausend Einwohnern von 1534 - 1540 erbaut. Nach der Schlacht am Bílá Hora (am Weißen Berg) wurde die Kirche als evangelische Kirche geschlossen und ein Jahr später als katholische Kirche eingeweiht. Bei dem großen Stadtbrand 1873 brannte sie aus (die unübersehbaren Schäden und Verluste, unter ihnen auch das Altargemälde von Lukáš Cranach), wurden nach den Plänen des Bauherrn Mocker wieder hergestellt und restauriert. Allerdings wurde durch die Pläne die ursprüngliche Form verändert. Vor der Kirche befindet sich die "Dreifaltigkeitssäule“ mit der Statuengruppe (der hl. Maria, des hl. Josef, der hl. Anna und des hl. Joachim), die durch das Jáchymover Bergbauwesen im Jahr 1703 errichtet worden ist. Geöffnet während des Gottesdienstes: sonntags ab 10.00 Uhr und zu den Messen der kirchlichen Feiertage.

Das Bergwerk Svornost

Das älteste der Jáchymover Silberbergwerke (1529). Bei der Uranförderung im 19. Jahrhunderts, sprudelte hier in einer Tiefe von 500 m eine ergiebige Quelle empor, durch die bis zum Jahr 1901 sozusagen das gesamte Bergwerk überflutet wurde. In einer Tiefe von 200 m floss das Wasser über den sog. "Erbstollen" ab. Abgepumpt wurde erst im Jahr 1924. Im Jahr 1925 besuchte das Bergwerk M. C. Sklodowská. Das Bergwerk diente der Uranförderung. Heute fungiert es als Kureinrichtung, da sich unter Tage eine heilende Radonwasserquelle für den Kurort befindet, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Bürgerhäuser

Auf dem náměstí Republiky (Platz der Republik) (Parzelle Nr. 270, Parzelle Nr. 146, Parzelle Nr. 145, mit neu erbautem Portal, welches sich früher beim dem abgerissenen Haus Parzelle Nr. 139 befand), überwiegend mit interessanten Steinportalen, die aus der Blütezeit Jáchymovs im 16. Jahrhundert stammen sowie mit hochwertigen Tormaßhäusern und gewölbten Erdgeschossräumen. Baulich interessant sind auch die Patrizierhäuser auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes. In einem von diesen Häusern, dem neu restaurierten Haus Parzelle Nr. 4, befindet sich eine interessante Ausstellung und Verkaufsstelle für Mineralien aus dem Erzgebirge.

Das Rathaus

Ursprünglich das Haus von Hieronymus Schlick von 1540 - 44, wurde es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts umgebaut und zu Beginn des 20. Jahrhunderts um eine Etage aufgestockt. Das Gebäude verfügt über ein mächtiges Gewölbe sowie über prächtige gewölbte Erdgeschossräume. Beim Eingangsportal handelt es sich um eine wertvolle Steinarbeit. Auf der Turmmauer über dem Portal befindet sich das Stadtwappen mit dem hl. Joachim und der hl. Anna. Das Gebäude war bereits ab dem 16. Jahrhundert ein wichtiger Platz für die Selbstverwaltung der Stadt, für die Bezirkshauptmannschaft und für das Bezirksgericht. Heute ist es Sitz der Stadtverwaltung sowie der städtischen Bücherei und der Touristinformation.

Kapelle der hl. Anna

Erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts an der Stelle, wo sich einst eine Holzkapelle in der Nähe des Chlebný trh (Brotmarkts) befand, der das Zentrum des alten Jáchymovs im 16. Jahrhundert verkörperte. An der Stelle des heutigen kleinen Parks "Na Slovanech" befand sich bis in die Nachkriegsjahre das Fachwerkgebäude des Alten Rathauses.

Evangelische Kirche (von 1904)

Auf der Kirchmauer befinden sich Plastiken mit Porträts von M. Luther und dem hiesigen evangelischen Pfarrer und ersten Chronisten J. Mathesius. Im Inneren der Kirche befindet sich ein interessanter Mathesius-Gedenksaal.

Kapelle der hl. Barbara

(ursprünglich befand sie sich an der Stelle der heutigen Kurpension Astorie, umgesetzt im Jahr 1916), erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf Initiative der Bergmänner und Hüttenarbeiter (deswegen zwei Türmchen). Gottesdienst immer von montags bis samstags ab 16.00 Uhr.

Kleine Spitalkirche (Allerheiligen)

ältestes Baudenkmal der Stadt, dessen ursprüngliche Form bewahrt werden konnte. Innen wertvolle Grabplatten, Altar - wahrscheinlich aus der Werkstätte von L. Cranach, Statuengruppe Kalvarie des Dresdner Bildhauers K. Walter aus dem Jahr 1544. Derzeit wegen Rekonstruktion geschlossen.

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